Archiv - Jahresbericht - 2010

Archiv - Jahresbericht - 2010

Jahresbericht 2010-2011

Das Regionalbündnis Soonwald-Nahe hat im letzten Jahr erneut einen Sprung nach vorne gemacht - und mit ihm die Region. Unsere Arbeit nach dem Motto „vernetzen und bewegen“ trägt immer mehr Früchte. Die Internetseiten www.soonahe.de und (seit Herbst neu) www.regionalbuendnis.de bieten einen guten und ansprechenden Überblick. Was Ende der 90er Jahre als lockeres Bündnis und vor 10 Jahren als eingetragener, gemeinnütziger Verein begonnen hat, ist nun in der Region eine feste Größe mit Ideen, Engagement und vielen nachhaltigen Auswirkungen.

Unsere Regionalmarke „SooNahe - Gutes von Nahe und Hunsrück“
Hier ist eine kaum zu erwartende Entwicklung abgelaufen. Von der Ausgangsidee eines regionalen Gütesiegels für unsere damaligen Partnerbetriebe bei der Konferenz „Ackern und Genießen“ 2003 im Waldböckelheimer Bürgerhaus haben es die Produkte unter dem Logo SooNahe inzwischen in die Köpfe, Herzen und Einkaufswagen der Menschen gebracht. Die Betriebe selbst, Hofläden, Dorfläden, Gastronomen, Bäcker, Metzger, Marktbeschicker, Touristik und Teile des Lebensmittelhandels ziehen bei der Marke mit - und natürlich die Verbraucherinnen und Verbraucher der SooNahe-Region.
Wegen der großen Nachfrage suchen wir verstärkt nach neuen Erzeugern, Produkten, Verarbeitern und Verkaufsstellen und Gastronomen, die mitmachen.

Mit dem Motto „Wer weiter denkt, kauft näher ein“ sind unsere Ziele auf den Punkt gebracht. Wertschöpfung für die Betriebe und Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft, Erhaltung unserer schönen Kulturlandschaft, Klima- und Tierschutz durch kurze Wege, Vertrauen in die Qualität unbelasteter und gentechnikfreier regionaler Lebensmittel und und und. Kaum ein Projekt hat in den letzten Jahren ein solches Identifikationspotenzial in unserer Heimatregion erreicht, Hunsrück und Nahe in selbstbewusster Manier verbunden.
Ein großer Dank geht an Hunsrück-Marketing (HM) mit seinem Vorsitzenden Helmut Hehner. Während das Regionalbündnis die Markenphilosophie und den ideellen Teil des gemeinsamen Projekts beackert, ist HM für die wirtschaftlichen Belange zuständig.
Gemeinsam wird im Markenvorstand gearbeitet und entschieden. Unterstützung erfahren wir u.a. durch das Regionalmanagement der Landkreise und das Wirtschaftsministerium in Mainz.

Eine ganz besondere und überregional auch einmalige Aktivität ist der „Wirte-Stammtisch“ von SooNahe, der im November 2010 zum 50. (!) Mal stattgefunden hat. Hier ist es unter Leitung von Werner Bolfing gelungen, eine langfristige Kommunikation von Gastronomen aus dem ganzen Gebiet zustande zu bringen, bei denen es neben Berufs- und Service- Fragen auch immer um die Verbreitung des SooNahe-Gedankens geht. Die „Beziehungskiste“ SooNahe ist also nicht nur in Form der beliebten regionalen Präsentbox eine waschechte Erfolgsgeschichte.
Dahinter steckt eine Menge täglicher Arbeit, vielfältige Aktionen und Gespräche, deren Schilderung diesen Rahmen sprengen würde. Weiteres und immer auch Aktuelles auf www.soonahe.de.

Neue Entwicklungen tun sich auf, nachdem wir den Markenschutz auf andere Zweige erweitert haben: Ab 2011 können auch Handwerker und Dienstleister in der Energiebranche, Veranstalter im Kultur- und Marktsektor und regionale Hersteller von Körperpflegemitteln „SooNahe“ als Gütesiegel und Vermarktungschance beantragen.#

Energie SooNahe: 100% erneuerbar
Dieses Thema war 2010 ein klarer Schwerpunkt und hat noch eine Menge Potenzial. Die Arbeitsgruppe Handwerk und Energie unter Leitung unseres Vorstandsmitglieds Gerhard Hahn befasste sich in der ersten Jahreshälfte intensiv mit inhaltlichen Vorbereitungen. Am 9.9. wurden unsere Aktionstage im Pro-Winzkino in Simmern mit einem begeisternden Filmabend eröffnet. „Die 4. Revolution“ mit dem inzwischen leider verstorbenen Hermann Scheer als Protagonisten zeigte die Energiezukunft deutlich auf und machte Mut zum Handeln. Beim begleitenden SooNahe-Imbiss konnten zahlreiche Zuschauer weiter diskutieren. Am 11.9. wurde diese Diskussion dann bei unserem Energie-Forum in Winterbach vertieft, fachlich untermauert durch kompetente Vorträge von Handwerkern, Planern und Politik. Die Ergebnisse der Vorarbeiten und des Forums mündeten in die „Winterbacher Energie-Erklärung“ (WERK), die als Grundsatzthesen in den drei Bereichen Gebäude, Dörfer und regionaler Fläche unsere Positionen im Energiebereich deutlich machen und gemeinsame Handlungsgrundlage für die Zukunft sind.

Am 4.11. gab es dann in Bad Kreuznach ein weiteres Forum mit Kreisplaner Schäfer und BUND-Geschäftsführer Dr. Manz über die schwierige Eingrenzung von Standorten für Energieanlagen in der Fläche. Die Vorträge und die inzwischen vorliegenden regionalen Planungen bestätigen unsere Position zum Thema Windenergie: Standorteingrenzung statt Wildwuchs und Ausbau der Erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung der Natur.

Die Erweiterung des Markenschutzes „SooNahe“ auf das Energiehandwerk bietet die Möglichkeit, dass Betriebe und Dienstleister die Marke als Qualitäts- und Marketing-Instrument für regional orientierte Angebote nutzen können. Mit den Akteuren zusammen werden zur Zeit die Kriterien hierzu erarbeitet und im Mai vorgestellt.
Außerdem möchten wir hier unsere Netzwerkfunktion anbieten und einmal alle laufenden Aktivitäten und Aktionen im Energiebereich aus der SooNahe-Region sammeln und zusammen führen. Die Beteiligung an einer ganzen Reihe von Veranstaltungen und der Kontakt zu allen relevanten Akteuren schaffen hier gute Voraussetzungen.
Gemeinsam mit Kommune, Sparkasse und Handwerksbetrieben lief 2010 in Bad Sobernheim die Aktion „Stadt voll Energie“ an mit Vorträgen und Messaktionen, Fortsetzung geplant.

Naturpark Soonwald-Nahe, Lebendiger Soonwald, Lebendige Nahe
Der Naturparkplan dient als gemeinsam geschaffene Arbeitsgrundlage für viele Projekte. Im Naturparkbeirat werden Schwerpunkte gesetzt, unser Vertreter dort ist Jörg Homann (der auch im Vorstand der Naturstation Lebendige Nahe und beim Wacholderheideprojekt für uns aktiv ist).
Wir unterstützen die „Erlebnisse 2011“ im Naturpark Soonwald-Nahe, die Broschüre der Natur- und Landschaftsführer und der Kultur- und Weinbotschafter zusammen mit den Forstämtern. Im neuen Life-Projekt des Forstamts Soonwald sind wir Partner und stricken an einem gemeinsamen Projekt, auch das Wacholder-Heidefest in Woppenroth lief wieder mit unserer Beteiligung. Dort mussten wir leider von unserem langjährigen Weggefährten Werner Will Abschied nehmen, der seinem Krebsleiden erlag. Die Aktion ist aber inzwischen Tradition und wird von der Gemeinde weiter geführt.
Die Naturstation in Bad Münster hat sich weiter etabliert und wird zum Besuchermagnet mit der Ausstellung, den Tieren und den vielen Vortragsabenden. 2011 wird es ein gemeinsames Förderprojekt geben. Dank der Unterstützung des Naturparks, des Kreises und der SGD Nord wird das Projekt „Naturerlebnisweg Lebendige Nahe“ in Bad Sobernheim 2011 umgesetzt. Die durch uns und die Deutsche Umwelthilfe finanzierte Projekterstellung ist die Grundlage. Ein naturnaher Wanderweg entlang der Nahe mit verschiedenen Themenpunkten zu Natur, Wasser, Vogelwelt, Forst, Jagd, Tourismus, Kur etc. könnte somit Ende des Jahres Realität werden. Wir hoffen, dass wir es 2011 zeitlich schaffen, die Vorbereitungen (und vielleicht auch die Durchführung) für ein Forum zur Lebendigen Nahe zu organisieren, bei dem mögliche weitere Aktionen geplant werden.

Tage der Region
Vom 1.-3. Oktober waren wir inzwischen insgesamt zum 7. Mal Veranstalter dieses Großereignisses der Region, Partner in Idar-Oberstein waren das Stadtmarketing, das Mehrgenerationen-Haus u.a. Heimatliche Genüsse mit regionalem Menü und Kultur, ein sehr gut besuchter Regionalmarkt mit attraktiven Programmpunkten wie die Kochshow mit FX Bürkle im neuen Fissler-Laden und einer tollen SooNahe-Präsentation mit einer ganzen Reihe unserer Marken-Betriebe sowie am Feiertag die Beteiligung am Nahe-Wandertag waren wieder eine runde Sache.

Da besonders im Herbst immer mehr kleine und große regionale Märkte stattfinden (u.a. manche auch angestoßen durch unser Vorbild) und wir hier nicht konkurrenzhaft tätig sein wollen, haben wir ab 2011 ein neues Konzept überlegt. Von Mitte September bis Mitte Oktober möchten wir bereits laufende oder neu konzipierte Aktivitäten in der Region zu einem hochkarätigen Veranstaltungs-Reigen unter dem Dach „Tage der Region“ zusammen bringen, mit eigenen Aktionen anreichern und gemeinsam bewerben. Ein Gerüst vom Bauernmarkt in Bad Kreuznach (17.9.) über den regionalen Wandertag (25.9.), den Obst-und Traubenmarkt Bad Sobernheim (2.10.) bis zum Gewerbe- und Handwerkermarkt in Kirn (9.10.) und einigen kleineren Veranstaltungen rund um Erntedank steht schon, weitere Vorschläge nehmen wir gerne entgegen.

Gesundheitsregion Soonwald-Nahe
Die Arbeitsgruppe zu diesem Thema unter Federführung von Werner Bolfing hat 2010 getagt und Handlungs-Vorschläge gesammelt. Wir sind dabei, diese zu strukturieren und sammeln u.a. Adressen und Aktivitäten in den Bereichen Gesundheit und Gesundheitstourismus als Datengrundlage. Außerdem unterstützen wir die vielfältigen Bemühungen unserer Kurstädte und der Nahelandtouristik zu diesem Thema. Ideen von Ihnen werden gerne augegriffen.

Wirtschaftsrat, ILE, Lebendige Dörfer
Im neu gegründeten Wirtschaftsrat des Landkreises Bad Kreuznach sind wir im künftigen Beirat vertreten und bringen unsere Erfahrungen ein. Der vom Land geförderte ILE-Prozess (Integrierte Ländliche Entwicklung) der Landkreise KH und SIM ist offiziell ausgelaufen, viele gute Projekte konnten damit angeschoben werden. Wegen der großen Bedeutung setzen die Kreise die Unterstützung verschiedener Projekte aber auf eigene Rechnung weiter fort (Regionalmarke SooNahe, Naturpark Soonwald-Nahe und Lebendige Dörfer werden durch das Büro Bischoff und Partner so weiterhin unterstützt). Zum letzten Thema gibt es einen sehr interessanten Vorschlag unseres Mitglieds Thomas Braun aus Duchroth, der zusammen mit unserem Vorstandsmitglied und Dorfplaner Bernhard Backes eine „SooNahe- Initiative“ mit traditionellen Obstsorten und Pflanzen für interessierte Dörfer konzipieren will.

Unser Verein
Da wir aktuell 482 Mitglieder stark sind, werden wir im Verlauf des Jahres sicher das 500. Mitglied begrüßen können. Bei der Gründung vor 10 Jahren bestand das Regionalbündnis aus 31 Mitgliedern. Unsere Wachstumskurve wird zwar flacher, weil die Zahl der regionalen Akteure, die sich uns noch nicht angeschlossen haben, geringer wird. Aber der Zulauf ist ungebrochen. Interessantes Statistikmaterial zur Struktur unserer Vereinsmitglieder finden Sie auf unseren Internetseiten ww.regionalbuendnis.de unter „Unser Bündnis/ Vereinsstruktur“.

Den in die Jahre gekommenen Internetseiten sind Mechthild Wigger (Redaktion) und Heike Steinshorn (Webmaster) im August 2010 zu Leibe gerückt. Sie haben gründlich ausgemistet, umstrukturiert und neu geschrieben. So sind leserfreundliche, informative Seiten entstanden, die das pralle Leben im Regionalbündnis wunderbar abbilden. Schauen Sie mal rein!

Da wir vor allem durch unsere Marke SooNahe unseren Einzugsbereich auf drei Landkreise vergrößert haben, können die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder nicht mehr flächig präsent sein. Für die vereinsinterne Kommunikation suchen wir nach einem Vorgehen, das Nähe stiftet, aber für die Vorstandsmitglieder zeitlich keine große zusätzliche Belastung bringt. Als erstes wollen wir den Nachrichtenfluss intensivieren und verstetigen. Wir werden ab 2011 in Ergänzung der bisherigen Information zwei Mal jährlich einen Infobrief „Neues aus der Region“ per Email an unsere Mitglieder verschicken. Darin wird die Arbeit des Vereins ebenso wie Entwicklungen in der Region zur Sprache kommen.
Was die Kommunikationsarbeit des Vereins erheblich unterstützt, ist die Berichterstattung durch die Regionalpresse, die uns wohlwollend begleitet. Besonders dankbar sind wir für das Arrangement der Rhein-Zeitung, Artikel über das Regionalbündnis und SooNahe generell in allen drei Landkreisen unseres Einzugsgebietes (KH, SIM und BIR) zu veröffentlichen.

Auf Anfrage des Vitalresorts Menschel in Meddersheim haben wir uns im Frühjahr 2010 einem Konvoi von zertifizierungswilligen Einrichtungen angeschlossen. Was wir nicht geahnt hatten: EMAS (Eco Management and Audit Scheme) stellte viel für uns bis dahin Selbstverständliches in Frage. Da wir uns als Verein der Regionalentwicklung im Sinne der Lokalen Agenda 21 verschrieben haben, verstehen wir ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit als selbstverständliches Ziel unserer Projekte. EMAS aber fragt nach dokumentierten Verfahren und Verantwortlichkeiten im Umwelthandeln des Vereins. Es war eine besondere Herausforderung, in Ermangelung einer Betriebsstätte und angesichts unserer ideellen Ausrichtung für EMAS mess- und kontrollierbare Umweltwerte vorzulegen.

An Wochenenden und Urlaubstagen strapazierten wir unsere ehrenamtlichen Ressourcen, um alle Bereiche unseres Vereins auf den Prüfstand zu bringen. Im Ergebnis haben wir unser Verbesserungspotenzial ebenso wie unsere Stärken erkannt. Am (vorläufigen) Ende unseres Durchleuchtens, Nachdenkens und Handelns verfügen wir über ein Umweltmanagement-System, ein Umwelthandbuch, eine Qualitäts- und Umweltmanagement-Beauftragte (Mechthild Wigger) und ein Vereinshandbuch. Ob wir in unserer Sonderrolle tatsächlich den Anforderungen an Struktur und Dokumentation genügen, entscheidet der EMAS-Auditor am 16.03. Sollte er den Daumen senken, profitieren wir auch ohne Zertifikat von einem optimierten Vereinsmanagement.
Die Fülle der Aufgaben im Verein bringt uns an das Limit der ehrenamtlichen Arbeit. Wir fassen daher eine Teilentlastung durch Honorararbeit ins Auge. Für die Option, auch ein Vorstandsmitglied für Arbeiten zugunsten des Vereins bezahlen zu können, ist ein entsprechender Passus in der Satzung erforderlich. Wir schlagen Ihnen bei der Mitgliederversammlung eine diesbezügliche Regelung vor und bitten Sie um Ihre Zustimmung.

Bleibt noch ein Wort zu den Finanzen des Vereins zu sagen: gesund! Wir freuen uns, dass wachsende Mitgliederzahlen wachsende Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen bedeuten.
Zugleich haben wir 2010 erneut gesehen, dass beachtliche Summen an Zuschüssen, Spenden und Sponsoring eine Anerkennung unserer Arbeit in der Regionalentwicklung darstellen – allen Zuwendenden ganz herzlichen Dank!

Also packen wir es weiter gemeinsam an!

Im Namen des Vorstands
Dr. Rainer Lauf

(Weitere Jahresberichte finden Sie im Archiv)